Herzlich willkommen!

Weltgebetstag 2026

St. Jakobus, Altenkirchen, 15 Uhr. Mit anschließender Begegnung im Pfarrsaal

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Gitarrisssimo – ein Konzert mit Petrit Čeku und Streichertrio

Villa Musica nutzt erstmals die Altenkirchener Konzertkirche

Wenn Petrit Čeku, der kroatische Gitarrist, sein Sechs-Saiten-Instrument anklingen lässt, nehmen sich die ihn begleitenden Musiker gerne zurück. Bisweilen wird der international renommierte Gitarrist wertschätzend als „Pagagini der Gitarre“ tituliert. Und seine musikalische Karriere scheint diesen Ehrentitel zu bestätigen, denn Çekus außergewöhnliche Sensibilität und sein besonderes Ausdrucksvermögen beeindrucken das Publikum weltweit. Er tritt in ganz Europa und Nordamerika auf, war Solist in bedeutenden Sinfonieorchestern wie Baltimore Symphony Orchestra, tschechisches Philharmonisches Kammerorchester und State Hermitage Orchestra St. Petersburg.

Dass Čeku nun im Rahmen eines ersten Villa Musica-Konzerts in der Konzertkirche Altenkirchen am 7. März um 19 Uhr musiziert, freut die Gastgeberin, die Evangelische Kirchengemeinde samt Konzertkirche-Team besonders. Denn die Stiftung der Landesregierung Rheinland-Pfalz zielt auf die Förderung junger Musiker und die Veranstaltung von Konzerten. Ihr musikalisches Wirken ist allen Musikliebenden im ganzen Bundesland ein Begriff. „Deshalb sind wir froh, nun auch in den erlauchten Kreis der Musikstätten aufgenommen worden zu sein“, bewertet Martin Schmid-Leibrock vom Konzertkirche-Team diese Entwicklung.

Nun kommt Petrit Çeku, Musik-Professor an der Universität Graz, in Begleitung dreier Streicher:innen in die Kreisstadt. Das Ensemble bietet reizvolle Kombinationen der Saiteninstrumente mit unendlichen Möglichkeiten. Mit dem Streichertrio aus Stipendiaten der Villa Musica ist ein Programm erarbeitet, das Gitarrenspiel mit dem Feuer des Balkans und der Eleganz Österreichs assoziiert.

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Es umfasst Werke von Ferdinando Carulli (Andante varié et Rondeau, op. 155), Joseph Haydn (Quartett für Gitarre und Streichtrio D-Dur), Boris Papandopulo (Quartett für Gitarre und Streichtrio), Enrique Granados (Danzas Españolas Nr. 2 und 11) und Niccolò Paganini (Quartetto Nr. 10 A-Dur). Geboren 1985 in Prizren (Kosovo), erhielt Çeku seinen ersten Gitarrenunterricht als 6-jähriger, studierte in Zagreb und anschließend in Baltimore (USA) fort, wo er 2013 sein Examen ablegte. Als Musikpädagoge unterrichtet er Gitarre als Professors an der renommierten Universität Graz, außerdem u.a. an der Polnischen Gitarrenakademie.

In der Villa Musica nutzt der vielfache Preisträger die Möglichkeit, mit jungen Musikern zu arbeiten und seine Erfahrungen zu teilen. 2015 veröffentlichte er seine Einspielung der sechs Bach-Cellosuiten in einem Arrangement für Gitarre von Valter Dešpalj.

Der Eintritt zu diesem Villa Musica-Konzert am 7. März um 19 Uhr beträgt 18 €. Karten sind sowohl an der Abendkasse als auch im Vorverkauf im Gemeindebüro der Ev. Kirchengemeinde, Stadthallenweg 16 (Tel.: 02681 8008-40) erhältlich.

Im Angesicht des Kreuzes

Bachs Johannespassion in Altenkirchen

Die Evangelische Kirchengemeinde Altenkirchen und der Evangelische Kirchenkreis Altenkirchen laden herzlich ein zu einem besonderen musikalischen Höhepunkt der Passionszeit: der Johannespassion von Johann Sebastian Bach, die am Sonntag, 15. März 2026, um 18 Uhr in der Christuskirche Altenkirchen zur Aufführung kommt.

Mit diesem eindrucksvollen Werk hat Bach eine der bewegendsten Vertonungen der Leidensgeschichte Christi geschaffen. Dramatische Chöre, ergreifende Arien und tiefgründige Choräle verbinden sich zu einem musikalischen Geschehen von großer Intensität und geistlicher Tiefe.

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Es musizieren die Kantorei Altenkirchen, der Projektchor im Kirchenkreis Altenkirchen sowie die Camerata Instrumentale Siegen. Der eigens für dieses Projekt gegründete, 45-köpfige Chor probt seit anderthalb Jahren engagiert und mit großer Hingabe für diese Aufführung.

Solistinnen und Solisten des Abends sind Theresa Klose (Sopran), Melinda Paulsen (Alt), Leonhard Reso (Tenor), Mathias Tönges (Bass) und Rumen Marinov (Bass). Die musikalische Leitung liegt bei Kreiskantorin Hyejoung Choi.

Der Eintritt ist frei, Spenden zur Unterstützung der Kirchenmusik werden herzlich erbeten. Das Projekt wird u.a. gefördert durch die Dr. Alfred Beth-Stiftung, FOR Architekten, die Stadt Altenkirchen sowie weitere Einzelspenden.

Kontakt: kreiskantorat.altenkirchen@ekir.de

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mit Gefühl - 7 Wochen ohne Härte

Die Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland

i-321Warum fasten wir eigentlich? Einkehr, Umkehr, Besinnung. Eine Zeitlang auf Gewohntes zu verzichten ist mehr als eine alte Tradition.

Seit Jesu Tod erinnern sich Christen in den Wochen vor Karfreitag an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von der Auferstehung. Die sogenannte Fasten- oder Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Kalendarisch dauert die Passionszeit allerdings länger als 40 Tage, weil man die Sonntage als Feiertage vom Fasten und Büßen ausgenommen hat.

Den Himmel milde stimmen

Früher war das ganze Kirchenjahr durchgetaktet nach Tagen und Wochen des Fastens und es gab genaue Speisevorschriften für diese Zeiten. Etwa im Mittelalter waren gutes Essen und Musik, der Spaß an Spiel, Tanz und am Feiern nur erlaubt nach Fristen und Geboten.

So ging es mehr und mehr darum, beim Fasten nur nichts falsch zu machen. Und andersherum betrachtet: mit regelmäßiger Askese Gott zu gefallen – oder dem Papst, dem Pfarrer oder auch dem Nachbarn. Enthaltsamkeit schien ein probates Mittel, den Himmel milde zu stimmen.

Mit der Reformation wurden diese strengen Regeln infrage gestellt. Martin Luther lehnte die Vorstellung ab, dass Verzicht und Askese als gute Werke vor der Hölle bewahren. Gefastet hat er wohl, doch nicht als religiöse Pflicht. Er empfiehlt das Fasten „als eine feine äußerliche Zucht“ - aber eben nicht als Weg zum Heil.

Wer in der Fastenzeit auf etwas verzichtet, darf daher nach protestantischem Verständnis selbst entscheiden, was ihm gut tut. Heute knüpft kaum mehr jemand sein Seelenheil an den Verzicht auf Fleisch oder andere Genüsse in der Fastenzeit. Eher gilt sie als Zeit der Einkehr, der Umkehr und Besinnung.

Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn (Mt 4,2)

Damit erinnern christliche Fastentraditionen an die vierzig Tage und Nächte, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste verbrachte und fastete. Im Alten Testament begegnen Menschen mit Fasten den Übergängen zwischen unterschiedlichen Phasen und Sphären.

In der Sphäre zwischen Leben und Tod, beim Trauern oder in Lebensgefahr wurde gefastet – vornehmlich in Sack und Asche. Aber auch zu Gerichtsprozessen, an der Grenze von Recht und Unrecht, enthielt man sich der gewohnten Speisen. Und wer sich an Gott wenden will, bereitet sich mitunter in einer Fastenzeit darauf vor.

In diesem Sinne bedeutet Fasten, Gott gegenüber eine fragende Haltung einzunehmen und zu hören, was er zu sagen hat. Im Verzicht der Fastenzeit lebt die Erinnerung daran, dass wir es nicht immer allein und selber am besten wissen, was gut für uns ist.

Probehalber etwas anders zu machen – auch wenn es schwer fällt – kann die Entdeckung mit sich bringen, dass es anders besser sein könnte. Eine Weile das zu vermeiden, womit wir sonst viel Zeit verbringen und uns besonders im Wege stehen, das setzt Kräfte frei.

Die andere Skizze von mir

So kann das Fasten ein jährlicher kleiner Entwurf sein: Was wäre wenn? Was wäre, wenn ich nicht jeden Abend auf dem Sofa zu bewegten Bildern einschlafen würde? Wenn ich jeden Tag eine neue Begegnung wagen würde, wenn ich vorwärts schauen würde, statt zurück? Die Skizze eines anderen Alltags, der Blick in eine andere Richtung, eine Perspektivverschiebung.

Auch heute verlassen wir in der Fastenzeit die bekannten Pfade, wir machen vielleicht einen Bogen um den Kühlschrank, meiden den Zigarettenautomaten oder gehen überhaupt mal wieder zu Fuß. Wir entziehen uns Kalorien, Konsum oder Komfort. Wir brechen mit Gewohnheiten, selbstverständlichen Gesten des Alltags, machen etwas anders als sonst und bringen damit, leise und ohne ruckartige Bewegungen, gewohnte Ordnungen durcheinander.

Vielleicht läuft alles nicht mehr ganz so rund und vorhersehbar wie sonst. Vielleicht stolpert man auf einmal im gewohnten Takt. Der Tagesablauf verschiebt sich, Zeit ist da, wo Hetze war. Ruhig und wach hören wir uns selber wieder – und Gott. Diese Zeit im Kirchenjahr lebt auf Veränderung und Erneuerung hin.

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zur Seite und es zeigt sich auf einmal etwas anderes, Unerwartetes, lange Übersehenes. Wenn das gelingt, dann lassen wir bekanntes und umrissenes Gelände hinter uns und fasten auf einen ständig weiter werdenden Horizont hin. Dann finden wir danach den Weg in die Gewohnheit vielleicht gar nicht wieder zurück – und gehen einen neuen. Dann leuchtet vom Ende der Fastenzeit her Ostern auf, die Auferstehung, das Leben nach dem Tod.

„7 Wochen Ohne“ heißt die Fastenaktion der evangelischen Kirche und der Name ist Programm. Hier geht es nicht darum, was man weglässt in den Tagen vor Ostern, es geht ums „Ohne“.

Wir laden Sie ein, sieben Wochen auf etwas zu verzichten und damit in dieser Zeit etwas freizulegen und in Bewegung zu bringen. Dafür soll Raum sein. Gestalten Sie Ihr Leben „7 Wochen Ohne“ und entdecken Sie die Fülle. Der Verzicht macht Appetit – auf das Leben.

Kathrin Althans

Singt dem Herrn ein neues Lied

Ihr Lieben, ist euch schon einmal aufgefallen, wie oft Menschen in der Bibel dazu aufgefordert werden, Gott ein neues Lied zu singen? (Jesaja 42,10; Psalm 96,1; 98,1; 149,1)

h_epd_00255163Ich habe mich gefragt, was mit dem neuen Lied gemeint ist. Geht es um moderne Lieder? Die Meinungen zu modernen Kirchenliedern gehen ja ziemlich weit auseinander. Beim Lesen in der Bibel habe ich dann festgestellt, dass es bei dem neuen Lied, das wir für Gott singen sollen, nicht um neu im Sinn von modern geht. Gemeint ist eher ein Gegensatz: Hört auf, ewig die alte Leier zu singen, ewig dasselbe alte Lied. Singt endlich das neue Lied. Nun frage ich: Wie klingt das alte Lied, die alte Leier menschlichen Lebens? Möglicherweise klingt es so: Alles ist vergänglich und nichtig und dreht sich im Kreis. Es geschieht nichts Neues unter der Sonne. Alles läuft so, wie es immer gewesen ist und alles versinkt irgendwann einmal im schwarzen Loch des Vergessens. – So ähnlich stimmt der Prediger Salomo das alte Lied des Lebens an. Die alte Leier ist also das Lied, das den Zustand unseres Lebens und unserer Welt besingt, so wie sie ist; das aber nichts grundlegend Neues, keine grundlegende Veränderung mehr erwartet.

Singt dem Herrn ein neues Lied – das ist zuerst die Ansage: Es gibt was Neues zu besingen; es ist noch was drin für euer persönliches Leben und für die ganze Welt. Singt dem Herrn ein neues Lied – hinter dieser Aufforderung steckt die Gewissheit: Es kommt noch was auf uns zu, etwas ganz Neues, das könnt ihr erfahren und das könnte euch in Herzen, Mund und Händen und in die Füße fahren und könnte euch den Mund öffnen für ein neues Lied. Also: Das neue Lied, das zu singen wir ermuntert werden, soll unsere Reaktion auf Gottes Tun sein.

Wenn ich mir biblische Beispiele für das neue Lied anschaue, wird mir klar: Das neue Lied ist ein altes Lied. Das literarisch älteste Stück der Bibel ist ein Lied; für uns ein uraltes Lied. Und doch ist es das neue Lied. Es ist das Lied der Rettung. Das Lied über eine neue, überraschende, nicht zu erwartende Tat Gottes. Im 15. Kapitel des zweiten Mosebuches steht dies älteste neue Lied der Bibel: Ich will dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan. Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt. Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang und mein Heil.

Das ist das neue Lied. Das Lied der unerwarteten Rettung durch Gott. Es ist das Lied der unglaublichen Befreiung aus der Sklaverei. Es ist das Lied vom wunderbaren Weg durch Fluten und Angst hinein ins Land der Freiheit. Immer, wenn Israel sich an die grundlegende Befreiungstat Gottes erinnerte, die Herausführung aus Ägypten, dann war ein Lied fällig, ein Loblied: Was für ein Gott bist du! Du hast es fertiggebracht, dass wir Menschen erhobenen Hauptes sein dürfen. Du hast uns den beschwerlichen Weg in die Freiheit geführt. Du hast uns deine guten Gebote als Einweisung in die Freiheit gegeben. Was bist du für ein Gott!

Wir Christen erinnern uns an die ganz besondere Befreiungstat Gottes zu Ostern, als Gott seinen Sohn Jesus Christus aus dem Tod herausgerissen hat in ein neues, unvergängliches Leben. Seitdem ist die Hoffnung in der Welt, dass der Tod nicht länger der große Zerstörer des Lebens ist und dass Gottes Liebe unbesiegbar bleibt. Ein bedeutender Theologe hat einmal formuliert: Die Nachricht von Ostern ist die einzige Neuigkeit der Weltgeschichte: Jesus lebt, mit ihm auch ich. Wenn das kein Grund für ein neues Lied ist! Für mich sind die alten Osterlieder die leuchtendsten Beispiele für das neue Lied: Auf, auf, mein Herz mit Freuden, nimm wahr, was heut‘ geschieht … Das ist das neue Lied.

Ich begreife: Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir lieber die alten Choräle singen oder neuere Lieder bevorzugen. Die entscheidende Frage ist: Können wir den Mund nicht mehr halten, weil wir so froh und dankbar darüber sind, dass Gott uns in die Freiheit geführt hat? Sucht sich bei uns die Freude darüber, dass er uns zu seinen Kindern gemacht hat, Luft im neuen Lied? Du bist geliebter, als du denkst! Gott will ohne dich nicht sein. Wir sind aus krummem Holz geschnitzt und dürfen doch aufrechten Ganges gehen, durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Das wird dann ein neues Lied, und die Frage, ob es als Choral oder als Gospel oder als Neues Geistliches Lied erklingt, ist zweitrangig.

Herzlich
Ihr Pfarrer Martin Göbler