Herzlich willkommen!

Gottesdienst um 14 Uhr!

geralt-time-430625Am kommenden Sonntag findet der kreiskirchliche Gottesdienst zur Verabschiedung der scheidenden Superindententin Aufderheide und zur Einführung des neuen Superintendenten Tesch bei uns in Altenkirchen statt.

Präses Dr. Latzel kommt dazu nach Altenkirchen, um die langjährige Superintendentin zu verabschieden und ihren Nachfolger ins Amt einzuführen.

Viel Musik erwartet Sie dabei in der Christuskirche: Unter der Leitung von Hyejoung Choi singt die Kantorei und spielt der Posaunenchor, außerdem wird unsere Gemeinde- und Kreiskantorin die Gemeinde auch mit selten gehörten Orgelstücken erfreuen.

Bitte beachten Sie: Um 10.30 Uhr ist kein Gottesdienst!

Mandoline-Gitarre-Duo mit erlesenem Repertoire

Sonntag, 30.August, 18 Uhr

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Erinnern Sie sich an Willi Brandt als den wohl bekanntesten unter den Mandoline-Spielern? Das handlich-kleine Zupfinstrument mit vier Doppelsaiten trägt ein großes Erbe. Das bauchige Instrument war in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts das musikalische Accessoire der Arbeiterbewegung im Dienst der Befreiung („Völker hört die Mandoline“) und des Zusammenhalts; es begleitete auch Volks- und Fahrtenlieder der Wandervogelbewegung. Es konnte preiswert und mit brillantem Klang aufgrund seiner kleinen Maße an jedes Lagerfeuer, auf jede Wanderung oder Arbeiterversammlung mitgeführt werden.

Im Verbund mit Gitarre und tieferen Saiteninstrumenten fasziniert die Mandoline bis heute in Zupforchestern, auch im Rheinland. Aber sie spielt ebenso in der Country- und Bliuegrass-Musik der Gegenwart eine Rolle. Doch ihre Geschichte reicht viel weiter zurück und sie wird vom Genre her erheblich diverser eingesetzt, denn als Begleitinstrument zu den Liedern der Wandervogel- und Arbeiterbewegung.

Nun ist es dem Konzertkirche-Team gelungen, das renommierte Mare Duo mit Mandoline und Gitarre für ein Konzert am 30. August um 18.00 Uhr in der evangelische Christuskirche am Schloßplatz zu gewinnen. Annika Hinsche (Mandoline) und Fabian Hinsche (Gitarre) gehören in die erste Reihe der Duos ihrer Art. Die als Solisten und Kammermusiker bei internationalen Wettbewerben vielfach mit Preisen ausgezeichneten Künstler konzertieren gemeinsam seit mehr als 15 Jahren.

Beide Künstler unterrichten ihr jeweiliges Instrument an Hochschulen und Universitäten und sind zu Gast auf internationalen Meisterkursen. Das Mare Duo hat zahlreiche Komponisten inspiriert, das Repertoire auf ihre Formation hin zu bereichern. So haben bekannte Meister wie Carlo Domeniconi, Jaime Zenamon und viele andere über 100 Werke für ihre Instrumente geschrieben. Von der Ausdruckskraft dieses Musikerpaares zeugen mehrere Solo-, Duo- und Kammermusik-CDs. Ihre Alben wurden von der internationalen Presse hoch gelobt.
Foto Mare Duo
„Dies wird das erste Mal sein, dass wir den Mandolinenklang in der hiesigen Saalkirche hören werden,“ freut sich Martin Schmid-Leibrock vom Konzertkirche-Team. Dass die Mandoline zum „Instrument des Jahres 2023“ gewählt wurde, unterstreicht seine Vielseitigkeit. Diese wird das Duo Mare mit ihrem Programm unter Beweis stellen, denn auf barocke Sonaten von Scarlatti, die gerne auch auf der Mandoline gespielt wurden, folgt ein Originalwerk von Beethoven, der der Liebe wegen einige Stücke für das Instrument hinterließ. Die bekannteren „Kinderszenen“ Schumanns bietet das Duo in einer eigenen Neuinszenierung. Mit Rossiniana von Munier und abschließenden eigens für dieses auch munter moderierende Musikerpaar komponierten Klängen wird sich Duo Mare aus Altenkirchen verabschieden.

Werner-Christian Jung fasst ein Ziel dieses vielversprechenden Mandoline-Gitarre-Konzerts der evangelischen Kirchengemeinde so zusammen: „Küsst die alten Mandolinen wach – das forderte vor Jahren Andreas Eberhard. Vielleicht können wir endlich dem brillant-hellen und durchdringenden Klang dieses Volksinstruments im Verbund mit dem weicheren und oft dunkleren Sound der Konzertgitarre wieder Raum geben. Denn hunderttausende Mandolinen verstauben noch auf deutschen Dachböden. Vielleicht weckt dieses Konzert einige von ihnen aus dem Dornröschenschlaf!“

Der Eintritt zum Sonntagskonzert am 30.August, um 18 Uhr in der Ev. Christuskirche ist frei. Spenden am Ausgang für diese Kulturarbeit der Kirchengemeinde werden jedoch dankend angenommen.


Bildunterschriften:
Bild 1: Ein Foto, das zur Ikone wurde: Willy Brandt 1976 im Teutoburger Wald mit Mandoline, in sich gekehrt, eine Zigarette im Mundwinkel, ein Schnappschuss mit suggestiver Wirkung! Foto: Henning von Borstell Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. AdsD der FES, 6/FOTA021688

Bild 2: Annika Hinsche (Mandoline) und Fabian Hinsche (Gitarre) konzertieren international als Mare Duo seit mehr als 15 Jahren. Beide Künstler unterrichten ihr jeweiliges Instrument an Hochschulen und Universitäten. Den klanglichen Reiz der Kombination beider Saiteninstrumente vermitteln sie auch auf internationalen Meisterkursen, aber Ende August auch in der Altenkirchener evangelischen Christuskirche. Foto: Annika Hinsche

Jugendtreff

Jugendtreff Vitamin C August 2026

Friedensdienst in Uganda

Unser Presbyter Santino Kopp berichtet aus dem Osten Afrikas

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Fast ein Jahr ist nun vergangen, seit ich mich aus dem Westerwald nach Uganda aufgemacht habe, um meinen Internationalen Christlichen Friedensdienst mit der Organisation EIRENE aus Neuwied im Herzen Ostafrikas zu leisten. Seither lebe und arbeite ich in der Gemeinschaft der EIRENE-Partnerorganisation Salem Brotherhood und unterstütze mit meinem Einsatz deren Arbeit hier im ländlichen Uganda. Das Leben und Arbeiten erfüllt mich trotz bestehender Herausforderungen sehr, ich mache unzählige bereichernde Erfahrungen, durfte viel lernen und wundervollen Menschen begegnen.

9b6465dc-f05f-4da9-a558-a36f3a7a1c55Nach einer dreiwöchigen Vorbereitungszeit in der Hauptstadt Kampala kam ich in das Salem-Dorf, mein Lebens- und Arbeitsort. Es liegt im Osten Ugandas an den Ausläufern des Mount Elgon-Gebirges mit seinem 4231 Meter hohen Gipfel. Die weitere Umgebung von Salem ist, neben der nahgelegenen Stadt Mbale, wie die meisten Regionen Ugandas von kleinflächiger Landwirtschaft geprägt und besitzt ein tropisch-feuchtes, durch die relative Höhenlage (etwa 1000 Meter) jedoch etwas gemäßigtes Klima. Die seit Anfang der 1980er Jahre bestehende Organisation trägt mit ihren verschiedenen Projekten stark zu einer positiven Entwicklung der umliegenden Gemeinden bei und unterstützt viele Menschen in schwierigen Situationen. Es gibt hier ein Krankenhaus, eine Krankenschwesternschule, ein Kinderheim, insgesamt acht Baumschulen, eine kleine Grundschule, eine Schreinerei und vieles mehr.

Das Salem-Dorf gleicht einer grünen Oase und ist mit großen Bäumen bewachsen, die vielen Vögeln sowie einigen Affen und Fledermäusen ein Zuhause bieten. Seit meiner Ankunft in Salem bin ich zumeist im Kinderheim und den Baumschulen engagiert. In meiner täglichen Arbeit unterstütze ich das Team des Kinderheims bei der Betreuung der Kinder, helfe beim Kochen, arbeite im Garten; wir spielen, singen und tanzen.

e0d66e12-97e0-4209-a5d8-6522e5f83fe7Auf dem Feld des Kinderheims werden Mais, Bohnen, Maniok und Erdnüsse angebaut, des weiteren wachsen im Garten neben dem Kinderheim Bananen, Matoke (grüne Kochbananen) und Tomaten. Darüber hinaus gibt es Avocado-, Papaya- und Mango-Bäume sowie einige Hühner, Enten und Truthähne. Gekocht wird über dem offenen Feuer, meistens wird Poscho (Maisbrei) mit Bohnen gegessen. Ich begleite Kinder ins Krankenhaus, helfe in den Baumschulen aus und unterstütze das Projekt meiner Mitfreiwilligen Kristin, die ihren EIRENE-Friedensdienst in der Straßenkinderorganisation CRO in Mbale leistet. In der Stadt leben bis zu 500 Kinder vollständig auf der Straße, zumeist aufgrund von zerrütteten Familienverhältnissen, Armut und häuslicher Gewalt. Das harte Straßenleben der Kinder ist von Drogenkonsum und Gewalt geprägt und ohne die Arbeit des CRO besitzen die Heranwachsenden keinerlei Zukunftsperspektive.

187496e7-a335-4612-b64a-9aa757c37b7fDie Organisation versucht die Lebensgeschichte und Herkunft der Kinder herauszufinden, um sie dann nach Möglichkeit zu rehabilitieren, d.h. vom Leben auf der Straße in Schule und Gesellschaft zu integrieren. Die Betreuung durch die Sozialarbeiter:innen vor Ort sowie die Möglichkeit für die Kinder, ihre Kleidung zu waschen, zu spielen und eine warme Mahlzeit einzunehmen, sind die für die Kinder täglich stattfindenden Programme der Organisation. So bin ich auch mit dem CRO sehr verbunden und helfe immer wieder bei verschiedensten Aktionen. In meiner Freizeit verbringe ich häufig Zeit mit den Freunden aus dem Dorf, wir gehen zum Wandern in die Berge oder erkunden die nähere und fernere Umgebung mit dem Motorrad.

In der umliegenden Region im Osten Ugandas sind etwa fünf verschiedene Volksgruppen beheimatet, welche die unterschiedlichsten Sprachen und Traditionen besitzen. Mit der Zeit gelingt es mir, neben dem grundlegenden Luganda einfache Konversationen auch in diesen anderen Sprachen zu verstehen.

IMG_6130Dabei kann Uganda in Zeiten globaler Krisen und Konflikte als äußerst positives Beispiel der Völkerverständigung dienen, denn trotz vieler Unterschiede leben die verschiedenen Volksgruppen seit dem Ende der Bürgerkriegswirren in den 1980er und 90er Jahren genauso wie die Angehörigen verschiedener Konfessionen im Land äußerst friedlich zusammen. Viele Menschen in Uganda sind stolz auf diesen Frieden in ihrem Land, der insbesondere durch die vollständige Entwaffnung der verschiedenen Konfliktparteien zum Ende des 20. Jahrhunderts herbeigeführt wurde.
Spiritualität und Religion nehmen unterdessen für nahezu alle Menschen hier eine äußerst wichtige Rolle ein und auch zwischen den etwa 80 Prozent Christen und 20 Prozent Muslimen im Land gibt es kaum Verständigungsprobleme. Die Gottesdienste sind stets sehr lebhaft gestaltet, es wird viel gesungen und getanzt. Auch im Alltag der Menschen spielen Gebet, Andacht und der Austausch über Gott und religiöse Themen eine wichtige Rolle. Trotzdem muss auch erwähnt werden, dass neben vielen positiven Elementen, gerade die von den amerikanischen Freikirchen getragene „Born Again”-Bewegung inzwischen über teils starken gesellschaftlichen und politischen Einfluss verfügt. Trotz dieser sich stellenden Herausforderungen, auch aufgrund der schwierigen Lebenssituationen vieler Menschen, befinde ich mich an einem Ort der positiven Veränderung und die Arbeit bereitet mir große Freude.

Am Abend spiele ich hier häufig Fußball mit den Männern aus dem angrenzenden Dorf und genieße die Stimmung auf dem Feld, wenn neben dem Spiel die Sonne untergeht, die Kühe und Ziegen ins Dorf getrieben werden, sich der Tag dem Ende neigt und die vielen am Tage ruhenden Frösche, Insekten und Vögel die Dunkelheit der Nacht zum Singen bringen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die riesige Unterstützung, den kraftvollen Aussegnungsgottesdienst und die vielen guten Wünsche, die ich von so vielen Menschen erfahren durfte! Diese geben mir Kraft und Halt in meinem Leben so fern von der Heimat und ich freue mich sehr auf ein baldiges Wiedersehen!

Euer Santino

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Von Gästen und Mitbürgern

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Epheser 2,19

261_5802_rgbWie lange, ihr Lieben, bleibt ein Gast eigentlich ein Gast, bevor seine Anwesenheit bei den Gastgebern auf Ablehnung stößt? Wann wird aus einem Fremden ein „Mitbürger“, aus einem Besucher ein Teil der Gemeinschaft? Und wie lange kann eine Kirche bestehen, wenn sie sich ausschließlich um diejenigen kümmert, die ohnehin schon dazugehören, anstatt auch auf Menschen zuzugehen, die ihren Platz noch nicht gefunden haben?

Viele Menschen empfinden Unsicherheit gegenüber dem Fremden, haben Angst vor dem Unbekannten, Furcht vor dem Neuen. Häufig wurzelt diese Angst in einer unsicheren eigenen Identität und einer intuitiven Ahnung dieser Unsicherheit. Hinzu kommt, dass politische Kräfte solche Ängste immer öfter ausnutzen, indem sie einfache Schuldzuweisungen und Feindbilder verbreiten.

Gott jedoch entzieht sich unseren begrenzten Vorstellungen. Er ist größer als unsere Ängste, Vorurteile und Unsicherheiten – darauf weist auch das Wort aus dem Epheserbrief hin. Gott ist der Hausherr seines Reiches, das mit Jesus bereits mitten unter uns begonnen hat. In diesem Reich gibt es keine Ausgrenzung und keine zeitliche Begrenzung des Dazugehörens. Bei Gott gibt es keine Fremden. Es gibt Menschen, die bereits Teil seiner Gemeinschaft sind, und solche, die eingeladen sind, es zu werden. Deshalb lautet Gottes Auftrag an uns Christen: Geht hinaus! Als Bürger seines Reiches sind wir gesandt, seine Botschaft in die Welt zu tragen. Wir sollen Menschen einladen, Gottes offene Gemeinschaft kennenzulernen und ihnen zeigen, dass bei ihm jeder willkommen ist.

Vor Gott haben alle Menschen denselben Wert und dieselbe Würde. Jeder Mensch hat einen Platz in seiner Gemeinschaft. Ich wünsche mir eine Kirche, die offen, einladend und den Menschen zugewandt ist – eine Kirche, deren Leben und Handeln etwas von dieser göttlichen Wirklichkeit sichtbar werden lässt.

Herzlich,
Ihr Pfarrer Martin Göbler