Herzlich willkommen!

Gemeinsam gegen Hass und Rassismus

„Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen gegen Rassismus und rechten Terror!“ Im Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau kamen zwei Tage später rund 120 Menschen zu einer Mahnwache vor dem Flammenmal am Schlossplatz vor der Evangelischen Christuskirche in Altenkirchen zusammen.

Für Diakon Matthias Gibhardt, Stadtbürgermeister von Altenkirchen und Organisator, war auch gerade diese Stelle in Altenkirchen der richtige Ort um sich aufzustellen gegen Rassismus aller Art und um ein Zeugnis abzugeben für ein friedvolles Miteinander.

Mahnwache-Ak-Hanau

„Am Marktplatz hätten uns sicher mehr Menschen gesehen, aber es gilt ein Zeichen zu setzen vor dem Flammen-Mahnmal, das der heimische Künstler Erwin Wortelkamp zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938 geschaffen hat“, unterstrich Gibhardt. Mit dem Denkmal werde anschaulich daran erinnert, was menschenverachtender Hass und Terror anrichten können.

Viele Menschen aus Kirchen, Gesellschaft, Politik, Verbänden, Gewerkschaften, Jugendliche, Familien mit Kindern nutzten die Gelegenheit gemeinsam ein Zeichen zu setzen. (pes)

7 Wochen ohne Pessimismus

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche 2020

7wo2020

Weltgebetstag am 6. März

Frauen aus Simbabwe gestalten diesmal den Weltgebetstag am 6. März. Es sind auch die Frauen aus vielen Konfessionen, die sich - teils schon seit Wochen - auf diesen Tag für die Veranstaltungen und Gottesdienste vor Ort vorbereiten und so das Leben der Frauen in Simbabwe und deren Anliegen kennengelernt haben.

wgt2020Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über hundert Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland besuchen am 6. März 2020 voraussichtlich wieder hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen.

Frauen aus Simbabwe haben für den Weltgebetstag 2020 den Bibeltext aus Johannes 5 zur Heilung eines Kranken ausgelegt: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“, sagt Jesus darin zu einem Kranken. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.

Die Autorinnen des Weltgebetstags 2020 wissen wovon sie schreiben, denn ihre Situation in dem krisengeplagten Land im südlichen Afrika ist alles andere als gut. Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und steigende Inflation sind für sie Alltag und nur einige der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben.

Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft sind jahrelange Korruption und Misswirtschaft und vom Internationalen Währungsfonds auferlegte aber verfehlte Reformen. Bodenschätze könnten Simbabwe reich machen, doch davon profitieren andere.

Dass Menschen in Simbabwe aufstehen und für ihre Rechte kämpfen, ist nicht neu: Viele Jahre kämpfte die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Großbritannien, bis sie das Ziel 1980 erreichten. Doch der erste schwarze Präsident, Robert Mugabe, regierte das Land 37 Jahre und zunehmend autoritär.

Noch heute sind Frauen benachteiligt. Oft werden sie nach dem Tod ihres Mannes von dessen Familie vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben, auch wenn die staatlichen Gesetze das mittlerweile vorsehen.

Die Frauen aus Simbabwe haben verstanden, dass Jesu Aufforderung allen gilt und nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen. Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Engagement: Zum Beispiel in Simbabwe, wo Mädchen und Frauen den Umgang mit sozialen Medien einüben, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen; mit einer Kampagne in Mali, die für den Schulbesuch von Mädchen wirbt. Oder mit der Organisation von Wasserschutzgebieten in El Salvador, verbunden mit Lobbyarbeit zum Menschenrecht auf Wasser.

Zusätzlich möchte der Weltgebetstag das hochverschuldete Simbabwe durch eine teilweise Entschuldung entlasten. Deshalb richtet sich der Weltgebetstag, zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen, dem Bündnis ‘erlassjahr.de’ und anderen mit einer Unterschriftenaktion an die Bundesregierung. Das Geld soll Simbabwe stattdessen in Gesundheitsprogramme investieren, die der Bevölkerung zugutekommen. Unterschriften sind auf einer Unterschriftenliste am Weltgebetstag oder online (www.weltgebetstag.de/aktionen) möglich.

Die Frauen aus den evangelischen Kirchengemeinden Almersbach, Altenkirchen, Birnbach und den katholischen Kirchengemeinde Altenkirchen und Weyerbusch finden sich jeweils in Gemeinschaft zum Weltgebetstag zusammen. Diesmal um 15 Uhr in der Katholischen St. Jakobuskirche mit anschließendem Austausch bei Kaffee und Kuchen in der nahen Gemeinderäumen. (pes)

Neues von der „Kirche mit Kindern“ (KimiK)

Das Team der Kirche mit Kindern (KimiK) hat ein neues Angebot: einmal im Monat – wenn kein Familiengottesdienst stattfindet – bieten wir eine Kinderbetreuung während des Gottesdienstes an.

Bild2Wir beginnen alle gemeinsam den Gottesdienst und werden dann im Martin-Luther-Saal mit den Kindern weiter singen, biblische Geschichten lesen, basteln und vieles mehr. Dazu sind alle Kinder (0-10 Jahre) herzlich eingeladen! Weitere Informationen bei Renate Käsgen (02681 / 4141).

8. MärzGottesdienst mit Kinderbetreuung
12. AprilGottesdienst mit Kinderbetreuung
17. MaiKimiK Gottesdienst
14. JuniGottesdienst mit Kinderbetreuung
23. AugustKimiK Gottesdienst
13. SeptemberGottesdienst mit Kinderbetreuung
4. OktoberKimiK Gottesdienst
8. NovemberGottesdienst mit Kinderbetreuung


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Felsenkirche in Kairo

Das Bild auf der Titelseite unseres Gemeindebriefs zeigt eine Felswand der koptischen Felsenkirche in Kairo. Die Kopten bilden die größte christliche Gemeinschaft im nahen Osten. Besonders in Ägypten gibt es eine große Gemeinschaft der Kopten.

he is not hereTouristen finden nur selten den Weg zu dieser sehr beeindruckenden Kirche, da sie am Rande des Müllviertels in Kairo liegt. Um zu ihr zu gelangen, muss man das Viertel durchqueren. Hier wird der Müll Kairos von Kopten gesammelt und getrennt.

„Bis zu zwei Meter hohe Reliefs mit den Darstellungen von Heiligen und biblischen Motiven sind über die weiß bis hell-rötlich schimmernden Felsen verteilt. Weiter hinten ist ein mehrere Meter breiter Eingang zu sehen. Er führt in eine riesige Kirche, die hier in den Kalkstein gehauen wurde. Abschüssig auf den Altarraum zulaufend, sind in Halbkreisen Bänke aufgestellt. Die Szenerie erinnert an ein griechisches Amphitheater. Bis zu 15.000 Menschen kann die Höhlenkirche aufnehmen. Links und rechts vor dem Altarraum gibt es kleine Säulengänge, geschmückt mit Kreuzen und Ikonen. In einem Glaskasten werden Reliquien des Schutzheiligen aufbewahrt.

Für die Gläubigen ist dies ein heiliger Wallfahrtsort. Der Legende nach hat der Heilige Samaàn das Christentum in Ägypten vor dem Untergang bewahrt. Durch ein Wunder habe er den Berg gespalten und den arabischen Eroberern damit die Kraft des christlichen Glaubens vor Augen geführt.“ (Achim Beinsen, 2007: Zwischen Müll und Mystik. Christliche Kopten in Ägypten)

Diana Wendt

Berichtigung Gemeindebrief

In der aktuellen Ausgabe 2020/2 des Ev. Gemeindebriefs wurde auf Seite 15 ein falscher Termin genannt.

Der Kirchliche Aktionstag in Büchel, der ein Zeichen setzen will gegen die fortdauernde Lagerung von Atomwaffen auf deutschem Boden und zu dem wir in Zusammenarbeit mit vielen Christinnen und Christen aus mehreren Landeskirchen einladen, findet am Samstag, den 6. Juni 2020 statt. Um Mitfahrgelegenheiten bzw. den Einsatz eines Busses planen zu können, wird um Anmeldung bis 30. April 2020 gebeten. Kontakt: Iris Berger, Tel.: 4903, Mail: ir.berger@t-online.de.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

So lautet der erste Artikel unseres Grundgesetzes. Er besitzt eine „Ewigkeitsgarantie“, das heißt, er kann nicht geändert werden, solange das Grundgesetz gilt.


Die Würde des Menschen ist die strahlende Idee der Aufklärung. Sie vermag den Hass und die Dummheit zu überwinden. Sie ist lebensfreundlich, weil sie von unserer Endlichkeit weiß, und erst durch sie werden wir in einem tiefen und wahren Sinn zu Menschen. Die Würde ist aber kein Teil des Menschen wie ein Arm oder ein Bein. Sie ist nur eine Idee. Sie ist zerbrechlich, und wir müssen sie schützen.

Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin wurden im Jahr 2017 in der deutschen Hauptstadt 947 antisemitische Vorfälle erfasst, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Hass ist die furchtbarste, die einfältigste und die gefährlichste Haltung zur Welt. Es wird derzeit wieder schlimmer. Schon längst sind derartige Straftaten keine Randerscheinungen mehr. Aber was sollen wir tun? Erich Kästner schrieb: „Die Vergangenheit muss reden, und wir müssen zuhören. Vorher werden wir und sie keine Ruhe finden.“

Das stimmt. Wir müssen verstehen, wie wir wurden, wer wir sind. Und was wir wieder verlieren können. Wir gaben uns selbst Gesetze. Wir erschufen eine Ethik, die nicht den Stärkeren bevorzugt, sondern den Schwächeren schützt. Das ist es, was uns biblisch menschlich macht: die Achtung vor unserem Nebenmenschen.

Vor 2550 Jahren hat der Perserkönig Kyros die Sklaven befreit. Er erklärte zum ersten Mal, alle Menschen dürften ihre Religion frei wählen, sie seien trotz unterschiedlicher Herkunft gleich zu behandeln. Kyros' Gesetze stehen in den ersten vier Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wenn wir heute Minderheiten nicht schützen, ganz gleich, ob es Juden, Migranten, Asylbewerber, Homosexuelle oder andere sind, fallen wir wieder zurück ins Dumpfe und Dunkle.

Die englische Magna Carta, die amerikanische Bill of Rights, die französische Declaration des Droits de l'Homme et du Citoyen und die heutigen Verfassungen der freien Welt – das sind unsere Siege über uns selbst. Auch wenn wir die größte Abneigung haben, uns mit den heutigen populistischen Rohheiten à la Trump und AfD zu befassen, es bleibt uns nichts anderes übrig. Nur wir selbst können uns der Barbarei, dem Speien und Wüten der menschenverachtenden Hassprediger entgegenstellen und somit die Friedensbotschaft Jesu in die Welt bringen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Pfr. A. Werner Zeidler