Herzlich willkommen!

Online-Gottesdienst an Palmsonntag

Liebe Gemeinde, lassen Sie uns zusammen am kommenden Palmsonntag einen Online-Gottesdienst feiern. Am besten um 10 Uhr, nach dem Glockenläuten. Wenn auch nicht zusammen, dann wenigstens alle gemeinsam! Nehmen Sie eine Bibel und ein Gesangbuch zur Hand und lassen Sie uns zusammen auf Gottes Wort hören, singen und beten.

h_epd_00433697Ab Sonntag 9 Uhr finden Sie hier einen Vorschlag für den Ablauf des Gottesdienstes (auch zum Herunterladen und Ausdrucken) sowie ein Video mit Pfr'in Gudrun Weber-Gerhards und der Kirchenband.


Kirchengemeinde in Corona-Zeiten

Ich stehe unter Gottes Schutz, ich weiß das seit geraumer Zeit.
Er nahm den Gram und das Bittere aus meinem Wesen und machte mich fröhlich.
Und ich will hingehen, alle anzustecken mit Freude und Freundlichkeit,
auf dass die Erde Heimat wird für alle Welt:

Durch seinen Frieden und unseren Glauben.
Shalom in Dorf und Stadt.

(aus Hanns Dieter Hüsch, Psalmen für Alletage)

CoronaIn der Evangelischen Kirchengemeinde Altenkirchen finden zur Zeit keine Veranstaltungen oder Gottesdienste statt. Das Gemeindebüro und die Pfarrerinnen und Pfarrer erreichen Sie wie immer telefonisch oder per Mail. Bitte rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben oder Hilfe benötigen!

Die Konfirmation am 26. April, die Segnung der KonfiKids am 17. Mai sowie die Jubiläumskonfirmation am 7. Juni wurden verschoben.

Online-Gottesdienste werden von uns sowie den Nachbargemeinden in der Region (Almersbach, Hilgenroth, Hamm) und auch von der Rheinischen Landeskirche und der EKD angeboten. Weitere kreative Aktionen sind in Vorbereitung, bitte informieren Sie sich in der örtlichen Presse und hier auf unseren Internetseiten.

Die KonfiKids sind da!

Samstag früh, kurz vor neun. Das Theodor-Maas-Haus ist vorbereitet. Die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitenden, darunter viele Jugendliche, und die beiden Pfarrerinnen haben Stühle aufgestellt, Bastelutensilien bereitgelegt, das Klavier aufgeklappt und ihre Namens-Buttons angesteckt. Dann strömen 31 Kinder herein und sehen sich neugierig um. Unsere KonfiKids sind da!

IMG_0339Als wir uns zum ersten Mal in diesem riesigen Stuhlkreis gegenüber sitzen, sind alle gleichermaßen gespannt und aufgeregt. Bei der liturgischen Begrüßung wird die große Kerze angezündet, auf der die Namen aller Kinder und Teamer stehen. Jedes Kind bekommt sein Begleitheft, in dem sich Lieder, Gebete und Bilder zu den verschiedenen Themen finden. Dabei merken wir schnell, dass die Kinder sehr gerne singen. Klasse!

Pausen mit viel Bewegung, Kleingruppen und kreative Phasen wechseln sich ab. Jede Gruppe hat ihren festen Raum und ihre Bezugspersonen. Biblische Geschichten werden erzählt und durch Gespräch, Bildbetrachtung, Schreiben, Malen und Basteln vertieft. Sich, die anderen und Gott kennenzulernen, etwas über Taufe und Abendmahl zu hören und die Bedeutung der wichtigsten christlichen Feste zu erkennen, steht im Mittelpunkt der thematischen Arbeit. Der liturgische Abschluss bringt noch einmal alle zusammen und dann ist der Vormittag auch schon wieder vorbei...

Wie es begann

Schon vor drei Jahren haben wir begonnen, uns mit fachkundiger Begleitung daran zu machen, den Konfi-Unterricht neu zu denken. Lange haben wir überlegt, wie die Konfi-Zeit heute aussehen müsste und viel Arbeit in die theoretischen Grundlagen und die methodische Ausgestaltung gesteckt. Heraus kam das sog. 3/8-Modell, was bedeutet, dass die eine Hälfte des kirchlichen Heranführens von Kindern und Jugendlichen an christliche Glaubensinhalte in der Gemeinde schon in der dritten Klasse und die andere dann später, wie bisher auch, in der achten Klasse erfolgt. Warum?

38 leerer Raum

Kinder zwischen 8 und 10 Jahren sind begeisterungsfähig, neugierig, gerne aktiv und offen für Neues. Sie werden frühzeitiger in die Gemeinde eingebunden, willkommen geheißen und partnerschaftlich anerkannt. Sie erfahren: „Ich bin gewollt, ich bin genau richtig, so wie ich bin; ich habe meinen Platz in der Gemeinschaft und werde gebraucht“.

Im Oktober 2019 ist die erste Gruppe mit 31 Kindern nach dem neuen Konzept gestartet.

Und so funktioniert es

WhatsApp Image 2019-12-04 at 19Wir treffen uns zwischen Herbst und Frühjahr einmal im Monat samstags von 9 bis 12.30 Uhr. Es gibt vielfältige Angebote und Zugänge: Gemeinsames Essen und Singen, Zuhören und Gestalten. Lernen findet spielerisch statt. Am Ende gibt es einen feierlichen Gottesdienst mit Segnung und Urkunde. Bis die Kinder zum zweiten Teil wiederkommen, gibt es jedes Jahr einen Tag zum sich Treffen und Wiedersehen, auch da steht jedes Mal ein Thema (wie Erntedank oder die Taufe) im Vordergrund.

In der zweiten Phase nach fünf Jahren können dann, ähnlich wie im „herkömmlichen“ Konfirmandenunterricht, aber schon mit den Begleitenden und PfarrerInnen bekannt und vertraut, Glaubensfragen vertiefend besprochen und vor allem auch die Konfirmation vorbereitet werden.

Was bringt's?

Durch diese Entzerrung der KonfirmandInnenzeit begegnen wir als Kirche den Konfis mehrmals: einmal im Grundschulalter und später in der Jugend. So entsteht ein längerer Raum für Vertrauensbildung mit den MitarbeiterInnen und zur Begleitung der Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien. Weitere gemeindliche Angebote wie das KOMPA oder der Kinderchor werden ganz selbstverständlich mit eingebunden.

So gehen wir alle zusammen einen neuen, mutigen Weg zur Konfirmation. Denn Gemeinde wächst wie Gras: Immer von unten nach oben!

Team KonfiKids

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Anmerkung zur aktuellen Situation: Am Sonntag, den 17. Mai hätte eigentlich der feierliche Abschlussgottesdienst mit Segnung der ersten KonfiKids stattfinden sollen. Dieser Gottesdienst muss leider verschoben werden.

Die Felsenkirche in Kairo

Das Bild auf der Titelseite unseres Gemeindebriefs zeigt eine Felswand der koptischen Felsenkirche in Kairo. Die Kopten bilden die größte christliche Gemeinschaft im nahen Osten. Besonders in Ägypten gibt es eine große Gemeinschaft der Kopten.

he is not hereTouristen finden nur selten den Weg zu dieser sehr beeindruckenden Kirche, da sie am Rande des Müllviertels in Kairo liegt. Um zu ihr zu gelangen, muss man das Viertel durchqueren. Hier wird der Müll Kairos von Kopten gesammelt und getrennt.

„Bis zu zwei Meter hohe Reliefs mit den Darstellungen von Heiligen und biblischen Motiven sind über die weiß bis hell-rötlich schimmernden Felsen verteilt. Weiter hinten ist ein mehrere Meter breiter Eingang zu sehen. Er führt in eine riesige Kirche, die hier in den Kalkstein gehauen wurde. Abschüssig auf den Altarraum zulaufend, sind in Halbkreisen Bänke aufgestellt. Die Szenerie erinnert an ein griechisches Amphitheater. Bis zu 15.000 Menschen kann die Höhlenkirche aufnehmen. Links und rechts vor dem Altarraum gibt es kleine Säulengänge, geschmückt mit Kreuzen und Ikonen. In einem Glaskasten werden Reliquien des Schutzheiligen aufbewahrt.

Für die Gläubigen ist dies ein heiliger Wallfahrtsort. Der Legende nach hat der Heilige Samaàn das Christentum in Ägypten vor dem Untergang bewahrt. Durch ein Wunder habe er den Berg gespalten und den arabischen Eroberern damit die Kraft des christlichen Glaubens vor Augen geführt.“ (Achim Beinsen, 2007: Zwischen Müll und Mystik. Christliche Kopten in Ägypten)

Diana Wendt

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

So lautet der erste Artikel unseres Grundgesetzes. Er besitzt eine „Ewigkeitsgarantie“, das heißt, er kann nicht geändert werden, solange das Grundgesetz gilt.


Die Würde des Menschen ist die strahlende Idee der Aufklärung. Sie vermag den Hass und die Dummheit zu überwinden. Sie ist lebensfreundlich, weil sie von unserer Endlichkeit weiß, und erst durch sie werden wir in einem tiefen und wahren Sinn zu Menschen. Die Würde ist aber kein Teil des Menschen wie ein Arm oder ein Bein. Sie ist nur eine Idee. Sie ist zerbrechlich, und wir müssen sie schützen.

Nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin wurden im Jahr 2017 in der deutschen Hauptstadt 947 antisemitische Vorfälle erfasst, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Hass ist die furchtbarste, die einfältigste und die gefährlichste Haltung zur Welt. Es wird derzeit wieder schlimmer. Schon längst sind derartige Straftaten keine Randerscheinungen mehr. Aber was sollen wir tun? Erich Kästner schrieb: „Die Vergangenheit muss reden, und wir müssen zuhören. Vorher werden wir und sie keine Ruhe finden.“

Das stimmt. Wir müssen verstehen, wie wir wurden, wer wir sind. Und was wir wieder verlieren können. Wir gaben uns selbst Gesetze. Wir erschufen eine Ethik, die nicht den Stärkeren bevorzugt, sondern den Schwächeren schützt. Das ist es, was uns biblisch menschlich macht: die Achtung vor unserem Nebenmenschen.

Vor 2550 Jahren hat der Perserkönig Kyros die Sklaven befreit. Er erklärte zum ersten Mal, alle Menschen dürften ihre Religion frei wählen, sie seien trotz unterschiedlicher Herkunft gleich zu behandeln. Kyros' Gesetze stehen in den ersten vier Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wenn wir heute Minderheiten nicht schützen, ganz gleich, ob es Juden, Migranten, Asylbewerber, Homosexuelle oder andere sind, fallen wir wieder zurück ins Dumpfe und Dunkle.

Die englische Magna Carta, die amerikanische Bill of Rights, die französische Declaration des Droits de l'Homme et du Citoyen und die heutigen Verfassungen der freien Welt – das sind unsere Siege über uns selbst. Auch wenn wir die größte Abneigung haben, uns mit den heutigen populistischen Rohheiten à la Trump und AfD zu befassen, es bleibt uns nichts anderes übrig. Nur wir selbst können uns der Barbarei, dem Speien und Wüten der menschenverachtenden Hassprediger entgegenstellen und somit die Friedensbotschaft Jesu in die Welt bringen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Pfr. A. Werner Zeidler