Herzlich willkommen!
Der neue Gemeindebrief ist da!
Wie immer finden Sie den Gemeindebrief zum Durchblättern und Herunterladen auch auf der Seite Gemeindebrief.
Es ändert sich was beim Gemeindebrief
Presbyterium und Gemeindebriefredaktion haben sich entschieden, den Gemeindebrief in Zukunft in geringerer Auflage drucken zu lassen und nicht mehr an alle evangelischen Haushalte der Kirchengemeinde zu verteilen.
Nichts bleibt für immer. Gewohnheiten ändern sich, auch beim Medienkonsum. Die große Samstagabendshow in einem von nur drei Fernsehprogrammen gibt es längst nicht mehr, Bankgeschäfte erledigt man nicht mehr auf der Bank und Gemeindebriefe werden oft sofort in der großen blauen Tonne entsorgt – das muss nicht sein!
Ab der nächsten Ausgabe des Gemeindebriefs probieren wir deshalb etwas Neues: Sie finden ihn an vielen Stellen in der Stadt weiterhin ausliegend, z.B. in der Kirche, im Gemeindehaus, in der Tiefgarage, in vielen Geschäften, Heimen und Arztpraxen. Aber er wird Ihnen nicht mehr automatisch und ungefragt in den Briefkasten gesteckt.
Sollten Sie das aber gerne weiterhin so haben, bspw., weil Sie nicht so mobil sind, melden Sie sich einfach im Gemeindebüro oder tragen Sie sich in die in der Kirche ausliegende Liste ein, dann bekommen Sie das Heft auch weiterhin frei Haus!
Die Redaktion
Busfahrt nach Brandenburg
Bei der Ausflugsfahrt unserer Nachbarkirchengemeinde am langen Fronleichnams-Wochenende wird auch unsere Partnergemeinde Gransee besucht. Die Anmeldung noch bis Anfang April möglich.
Singt dem Herrn ein neues Lied
Ihr Lieben, ist euch schon einmal aufgefallen, wie oft Menschen in der Bibel dazu aufgefordert werden, Gott ein neues Lied zu singen? (Jesaja 42,10; Psalm 96,1; 98,1; 149,1)
Ich habe mich gefragt, was mit dem neuen Lied gemeint ist. Geht es um moderne Lieder? Die Meinungen zu modernen Kirchenliedern gehen ja ziemlich weit auseinander. Beim Lesen in der Bibel habe ich dann festgestellt, dass es bei dem neuen Lied, das wir für Gott singen sollen, nicht um neu im Sinn von modern geht. Gemeint ist eher ein Gegensatz: Hört auf, ewig die alte Leier zu singen, ewig dasselbe alte Lied. Singt endlich das neue Lied. Nun frage ich: Wie klingt das alte Lied, die alte Leier menschlichen Lebens? Möglicherweise klingt es so: Alles ist vergänglich und nichtig und dreht sich im Kreis. Es geschieht nichts Neues unter der Sonne. Alles läuft so, wie es immer gewesen ist und alles versinkt irgendwann einmal im schwarzen Loch des Vergessens. – So ähnlich stimmt der Prediger Salomo das alte Lied des Lebens an. Die alte Leier ist also das Lied, das den Zustand unseres Lebens und unserer Welt besingt, so wie sie ist; das aber nichts grundlegend Neues, keine grundlegende Veränderung mehr erwartet.
Singt dem Herrn ein neues Lied – das ist zuerst die Ansage: Es gibt was Neues zu besingen; es ist noch was drin für euer persönliches Leben und für die ganze Welt. Singt dem Herrn ein neues Lied – hinter dieser Aufforderung steckt die Gewissheit: Es kommt noch was auf uns zu, etwas ganz Neues, das könnt ihr erfahren und das könnte euch in Herzen, Mund und Händen und in die Füße fahren und könnte euch den Mund öffnen für ein neues Lied. Also: Das neue Lied, das zu singen wir ermuntert werden, soll unsere Reaktion auf Gottes Tun sein.
Wenn ich mir biblische Beispiele für das neue Lied anschaue, wird mir klar: Das neue Lied ist ein altes Lied. Das literarisch älteste Stück der Bibel ist ein Lied; für uns ein uraltes Lied. Und doch ist es das neue Lied. Es ist das Lied der Rettung. Das Lied über eine neue, überraschende, nicht zu erwartende Tat Gottes. Im 15. Kapitel des zweiten Mosebuches steht dies älteste neue Lied der Bibel: Ich will dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan. Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt. Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang und mein Heil.
Das ist das neue Lied. Das Lied der unerwarteten Rettung durch Gott. Es ist das Lied der unglaublichen Befreiung aus der Sklaverei. Es ist das Lied vom wunderbaren Weg durch Fluten und Angst hinein ins Land der Freiheit. Immer, wenn Israel sich an die grundlegende Befreiungstat Gottes erinnerte, die Herausführung aus Ägypten, dann war ein Lied fällig, ein Loblied: Was für ein Gott bist du! Du hast es fertiggebracht, dass wir Menschen erhobenen Hauptes sein dürfen. Du hast uns den beschwerlichen Weg in die Freiheit geführt. Du hast uns deine guten Gebote als Einweisung in die Freiheit gegeben. Was bist du für ein Gott!
Wir Christen erinnern uns an die ganz besondere Befreiungstat Gottes zu Ostern, als Gott seinen Sohn Jesus Christus aus dem Tod herausgerissen hat in ein neues, unvergängliches Leben. Seitdem ist die Hoffnung in der Welt, dass der Tod nicht länger der große Zerstörer des Lebens ist und dass Gottes Liebe unbesiegbar bleibt. Ein bedeutender Theologe hat einmal formuliert: Die Nachricht von Ostern ist die einzige Neuigkeit der Weltgeschichte: Jesus lebt, mit ihm auch ich. Wenn das kein Grund für ein neues Lied ist! Für mich sind die alten Osterlieder die leuchtendsten Beispiele für das neue Lied: Auf, auf, mein Herz mit Freuden, nimm wahr, was heut‘ geschieht … Das ist das neue Lied.
Ich begreife: Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir lieber die alten Choräle singen oder neuere Lieder bevorzugen. Die entscheidende Frage ist: Können wir den Mund nicht mehr halten, weil wir so froh und dankbar darüber sind, dass Gott uns in die Freiheit geführt hat? Sucht sich bei uns die Freude darüber, dass er uns zu seinen Kindern gemacht hat, Luft im neuen Lied? Du bist geliebter, als du denkst! Gott will ohne dich nicht sein. Wir sind aus krummem Holz geschnitzt und dürfen doch aufrechten Ganges gehen, durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Das wird dann ein neues Lied, und die Frage, ob es als Choral oder als Gospel oder als Neues Geistliches Lied erklingt, ist zweitrangig.
Herzlich
Ihr Pfarrer Martin Göbler